Vortrag und Kuratorengespräch: Kunst und Flucht damals und heute

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Ein spannender Abend, an dem zwei Kuratoren über die verschiedenen Erfahrungen mit Kunst und Flucht in verschiedenen Generationen und Kulturkreisen sprechen.

Jörn Barfod Kurator des ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg und Zahran Alaqeel syrischer Künstler und Co-Kurator der Wanderausstellung Syrien Kunst und Flucht.

15.05.2019 @ 19:00 Uhr

Der Abend beginnt mit einem Vortrag von Jörn Barfod über die
Verarbeitung der Flucht und Notzeit 1945 in der bildenden Kunst am Beispiel von ostpreußischen Künstlern, dann folgt ein Gespräch mit den Kuratoren.

Inhalt des Vortrags:
Die Katastrophe der Flucht der Zivilbevölkerung am Ende des vom nationalso-zialistischen Deutschland begonnenen Zweiten Weltkriegs hat in sehr vielen Biogra-fien der Überlebenden tiefe, oft von Schmerz gezogene Spuren hinterlassen. Zur Verarbeitung des erfahrenen Leids wählten viele Betroffene – oft nach langen Jahren des hilflosen Schweigens – eine ihnen gemäße Form der Verarbeitung der Erlebnis-se.

Auch viele bildende Künstler aus dem Osten waren von diesen Erlebnissen der Flucht und Zerstörung ihrer Heimat betroffen. Jedoch haben nicht viele diese Thema-tik dann auch in ihren Werken ausgedrückt. Umso interessanter ist es zu sehen, in welcher Art es schließlich doch durch einige Malerinnen und Maler, Grafikerinnen und Grafiker geschehen ist. Teilweise wählten sie Situationsschilderungen, aber es lassen sich auch symbolhafte und sogar abstrakte Arbeiten zur Thematik Flucht fin-den. Auffällig ist, dass die Künstler alle unterschiedlich lange Phasen der inneren Aufarbeitung brauchten, bis sie sich diesen schweren Erlebnissen zur künstlerischen Verarbeitung stellten. Der Vortrag gibt hierzu einige Beispiele mit biografischen Hin-weisen.