DOKUMENTARFILMABEND Freitag 29.3. 2019 19:00 Uhr

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DOKUMENTARFILMABEND

Im Rahmen unserer Ausstellung: „Wir kamen, sahen, schwiegen“ Kunst zwischen Flucht und Heimat zeigen wir am Freitag den 29.3. zwei spannende, sehr unterschiedliche Dokumentarfilme.

„Ludwigs Absprung“ (dt.) von Karla Sonntag 2016 und „Home without a roof“ (Frz. m. Engl. U). von Lina Murad 2017.

Beide Filme beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Flucht. Während „Ludwigs Absprung“ eindrücklich die Geschichte des Malers und Bauingenieurs Ludwig Sasse nacherzählt, der 1958 als Jugendlicher allein aus der DDR nach Westdeutschland flüchtete, zeigt „Home without a roof“ anrührend Kinder in einem syrischen Flüchtlingslager, die von den Träumen berichten, .

Beide Filmemacherinnen werden an dem Abend anwesend sein und gerne anschließend Fragen des Publikums beantworten.

LUDWIGS ABSPRUNG

Dokumentarfilm von Karla Sonntag

Länge: 40 min.

Filminhalt:
Die Dokumentation „Ludwigs Absprung“ geht der Frage nach: Was bringt einen jungen Menschen dazu, alles hinter sich zu lassen, aus seinem Heimatland ins Ungewisse zu flüchten und was ist für die Bewältigung der Folgen dieses Schrittes hilfreich?
Wir begleiten Ludwig Sasse rückblickend auf dem entscheidenden Teil seines Lebensweges. Dieser Abschnitt beginnt im Jahr 1956 als 17-Jähriger in der DDR, führt über das Auffanglager Berlin-Marienfelde und vier weitere Lager und gipfelt im Aufenthaltsrecht in der BRD. Der Zuschauer erlebt durch die Fragen der Enkeltochter Mali (21 J., Musikstudentin in Leipzig) intensiv, wie sich Ludwig in Sandbostel, dem Auffanglager für jugendliche unbegleitete Flüchtlinge aus der DDR, gefühlt hat. Wie politisch verhält sich ein junger Mensch damals und heute; die Wertevorstellungen als gläubiger Christ und was daraus wurde; die Liebe zu seiner späteren Frau Elke, welche vorerst in der DDR verblieb; die Gruppendynamik und die Rolle des Elternhauses - all dies und mehr wird zwischen dem inzwischen 77-jährigem Opa und seiner Enkelin spannend erzählt, hinterfragt, bebildert und in Szene gesetzt. Die Dokumentation beleuchtet neben dem Einzelnen auch die angespannte politische Lage im geteilten Deutschland bis 1967. Durch Integration von Foto- und Filmmaterial aus den Gedenkstätten Marienfelde und Sandbostel, sowie dem Museum in der „Runden Ecke“ in Leipzig (ehemaliger Sitz der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit) erhält der Film ein historisches Fundament, was durch Familienfotos der Familie Sasse und künstlerische Bilder Ludwigs ergänzt wird.

Protagonisten:
Ludwig Sasse, 77 Jahre, Rentner, Opa, Hauptprotagonist
Elke Sasse, 75 Jahre, Rentnerin, Oma, Ehefrau des Hauptprotagonisten
Mali Sasse, 21 Jahre, Musik-Studentin, Enkeltochter, Interviewerin

LUDWIG’S FLIGHT

Documentary by Karla Sonntag

Length: 40 min.

Film Summary:

The documentary “Ludwig’s Flight” poses the question: What drives a young person to leave everything behind, to flee from their homeland into the unknown and what is helpful for coping and overcoming the consequences of this decision? We accompany Ludwig Sasse as he reflects on this decisive part of his life. The events begin in 1956, where he leaves the GDR as a 17-year-old all by himself. It continuous at the Reception camp Berlin-Marienfelde and four other camps and culminates in the right of residence in the BRD. Through the questions of the granddaughter Mali (21-year-old music student in Leipzig), the viewer intensely experiences how Ludwig has felt in Sandbostel, the reception center for young unaccompanied refugees from the GDR. But also philosophical questions arise: How did a young person behave politically then and now; the Christian values and what became of them; the love for his later wife Elke, who remained for the time being in the GDR; the group dynamics and the role of the parental home - all this and more is discussed between the 77-year-old grandfather and his granddaughter, who narrates excitingly, questioningly and who illustrates and sets the scene. The documentary highlights not only his individual struggle, but also the tense political situation in divided Germany up until 1967. Through the integration of photo and film material from the memorial sites in Marienfelde and Sandbostel, as well as the museum in the "round corner" in Leipzig (former seat of the district administration for national security), the film incorporates a historical foundation, which is supplemented through family photos of the Sasse family and paintings of Ludwig.

Protagonists:

Ludwig Sasse, 77 years old, pensioner, Grandfather, main protagonist

Elke Sasse, 75 years old, pensioner, Grandmother, wife of the main protagonist

Mali Sasse, 21 years old, studies music, granddaughter, interviewer

CHEZ MOI SANS TOIT/ EIN ZUHAUSE OHNE DACH

Dokumentarfilm von Lina Murad 2017

Länge 30 min


Ouday, Hiba, und Abdullah sind drei Kinder, die den Krieg in Syrien überlebt haben und nun im jordanischen Flüchtlingscamp Zaatari untergekommen sind. „Das Camp des Todes“, wie es von seinen Bewohnern genannt wird. Sie verstecken ihre unsichtbaren Wunden, das alltägliche Leid und ihre wiederkehrenden Alpträume hinter einem Lachen, das ihnen Hoffnung gibt.

"Chez moi ... sans toit" ist ein Film, der in aller Gelassenheit und Aufrichtigkeit gemacht worden ist. Wir wollten vollständig in die Welt der Kinder eintauchen, ihnen nah sein, um ihre Träume und ihr Sprache zu hören und zu verstehen. Vor Ort wurde das Shooting von einem kleinen Team durchgeführt, sehr mobil und vor allem sehr engagiert. Unsere große Hoffnung besteht darin, dass dieser Film, der nicht nur ein Dokumentarfilm ist, ein Bewusstsein weckt: Die kompromittierte Zukunft dieser Kinder ist auch die Zukunft Syriens.

Unsere Helden ... sind die Kinder

Die Helden unseres Films sind zwischen 9 und 14 Jahre alt: Es ist das Alter der syrischen Kinder, die durch das Schreiben von "Liberty" an die Wände ihrer Schulen im Jahr 2011 eine Botschaft der Hoffnung an die Welt übermittelt hatten.

ODAY ist ein kleines Kind, das sein Alter nicht kennt. Seine Onkel nennen ihn "den alten Mann", obwohl er ungefähr 9 Jahre alt ist. Er geht nicht mehr zur Schule, weil er arbeitet, um seiner Familie zu helfen, aber sein größter Wunsch wäre, wenn er einen Zauberstab hätte, alle möglichen Spielzeuge zu besitzen: einen Fußball, Bälle, Patronenpistolen , Videospiele ... ", aber oft hat Oday einen Albtraum:" Ich sehe, wie sie mich erwürgen ".

Er floh mit seiner Mutter, zwei kleinen Schwestern und seiner Großmutter, Onkel und Familie. Sie alle teilen sich ein Zelt, in dem die Großmutter ihren Garten in kleine Töpfe gepflanzt hat: "Ja, ich habe alle möglichen Blumen gepflanzt, Die Syrer, wohin sie auch gehen, sie pflanzen. " Odayens 12-jähriger Cousin BADER, träumt davon Ingenieur zu werden:" Aber ... sie haben mich aus der Schule geworfen. "

Die zehnjährige HIBA floh mit ihrem jüngeren Bruder Kassem und ihrer schwangeren Mutter aus Dera'a, aber ihr Vater blieb dort. Wenn sie erwachsen ist, möchte sie eine Geliebte werden. Warum nicht eine zukünftiger Präsidentin Syriens? Habe ich sie gefragt. In ihren Träumen verwandelt sie sich in einen Schmetterling, um dem großen Monster zu entkommen.


HOME WITHOUT A ROOF

Documentary by Lina Murad 2017

Length 30 min.

Ouday, Hiba, and Abdullah are three children who survived the war in Syria and have now come to the Jordanian refugee camp Zaatari. "The Camp of Death" as it is called by its inhabitants. They hide their invisible wounds, the everyday suffering and their recurring nightmares behind a laugh that gives them hope.

"Home without a roof" is a movie that has been done in all serenity and sincerity. We wanted to be completely immersed in the children's world, to be close to them, to hear and understand their dreams and their language. On site, the shoot was carried out by a small team, very mobile and, above all, very dedicated. Our great hope is that this film, which is not just a documentary, will raise awareness: the compromised future of these children is also the future of Syria.

Our heroes ... are the children

The heroes of our film are between 9 and 14 years old: it's the age of the Syrian children who conveyed a message of hope to the world by writing "Liberty" on the walls of their schools in 2011.

ODAY is a little kid who does not know his age. His uncles call him "the old man", even though he is about 9 years old. He does not go to school anymore because he's working to help his family, but his biggest wish would be to have all sorts of toys, if he had a wand: a football, balls, pistols, video games ... "but often Oday has a nightmare: "I see how they strangle me".

He fled with his mother, two little sisters and his grandmother, uncle and family. They all share a tent in which the grandmother planted her garden in small pots: "Yes, I have planted all sorts of flowers. The Syrians, wherever they go, they plant." Odayen's 12-year-old cousin BADER, has dreams to become an engineer: "But ... they threw me out of school."

The ten-year-old HIBA fled from Dera'a with her younger brother Kassem and her pregnant mother, but her father stayed there. When she grows up, she wants to be a lover. Why not a future president of Syria, I asked her? In her dreams, she transforms into a butterfly to escape the great monster